Quito
Quito, die Hauptstadt von Ecuador, mit ca. 1,4 Mio. Einwohnern ist zweigeteilt: im Norden wohnen die Wohlhabenden, im Süden die Armen. Eine „Zwischenschicht“ gibt es, wie fast überall in Lateinamerika, nicht.
Viele Kinder leben auf der Straße, teils „freiwillig“, d.h. sie sind von zu Hause weggelaufen, weil sie z.B. zu Hause geschlagen wurden, andere wurden von den Eltern ausgesetzt. Viele haben sich zu Straßenbanden zusammengefunden. Ein Austritt aus einer Bande ist so gut wie nicht mehr möglich und auch sehr gefährlich, da die, die sich von der Bande distanzieren möchten, als Verräter bezeichnet werden und kriminell verfolgt werden.
Viele Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren haben bereits wieder Kinder. Prostitution ist an der Tagesordnung.
| Schwester Sigmunda Schnetzer ist Missions-Dominikanerin aus dem Kloster Schlehdorf. Sie hat bis im Armenviertel von Quito gelebt und sich dort um die Kinder der Straße und um Familien, die am absoluten Existenzminimum leben, gekümmert. Im September 2008 ist sie aus Altersgründen nach Schlehdorf zurückgekehrt. Ihre Arbeit in Quito wird von kubanischen Schwestern und dem jungen Pfarrer Padre Ruben weitergeführt. |
Einige Kinder sind in der Zeit, in der sich in Quito lebte, bei ihr von Müttern oder Tanten abgegeben worden mit den Worten „wenn du das Kind nicht aufziehst, dann setze ich es aus, ich kann es nicht ernähren“. Auf diese Weise hatte sie immer junge Leute bei sich im Haus, die teilweise fast 20 Jahre bei ihr lebten.
Außerdem konnte sie u.a. mit Hilfe von „Aktion Sternstunden“ und der Alfons-Goppel-Stiftung ein Therapie-Zentrum für behinderte Kinder („El Niño“) aufbauen, ein Krankenhaus für die Armen wurde gebaut und vieles mehr. Hierzu ist zu sagen, dass ein Termin beim Arzt in Ecuador normalerweise zwischen 30 und 50 US$ kostet. Im Armenkrankenhaus können die Kranken sich für ca. 3 US$ behandeln lassen. Ärzte, die im reichen Norden ihre Praxen haben, kümmern sich hier 2-3 mal pro Woche kostenlos um die Armen.